Kursinhalt
4. Möglichkeiten klimafreundlicher zu reisen
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6. Klimafreundlicher Übernachten und Erleben
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8. Abschluss
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Climate Counter

Die Klimaspende: Kompensation oder Klimaschutzbeitrag?

Grundsätzlich gilt: Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren.

Vermeiden

Beim Klimaschutz geht es in erster Linie darum, Emissionen zu vermeiden. Das bedeutet bspw. mit dem Rad die Umgebung zu erkunden anstatt mit dem (Miet-) Auto.

Reduzieren

Ist die Vermeidung von Emissionen nicht möglich, sollte eine Reduktion dieser angestrebt werden, indem bspw. die Anreise von Berlin nach London mit dem Zug anstatt mit dem Flugzeug erfolgt.

Kompensieren

Alle Emissionen können meist nicht vermieden werden. Unvermeidbare Emissionen (z.B. bei einer Fernreise mit dem Flugzeug) können durch einen Klimaschutzbeitrag ausgeglichen werden. Grundsätzlich sollte Kompensation der letzte Schritt sein.

Was bedeutet CO₂-Kompensation?

Der Grundgedanke hinter der CO₂-Kompensation ist die Einsparung von CO₂-Emissionen an anderer Stelle, da es für das Klima unerheblich ist, wo Treibhausgase entstehen oder vermieden werden, letztlich kommt es auf die Summe der Treibhausgase in unserer Atmosphäre an. Der Begriff Kompensation gerät immer mehr in die Schlagzeilen, da die CO2-Kompensation keine effektiven Reduktionsmaßnahmen beinhaltet und weiterhin Emissionen entstehen.

Weltweit haben Länder seit dem Pariser Klimagipfel 2015 Reduktionsziele vorgelegt, die sie mit eigenen Mitteln erfüllen müssen. Als Kompensation darf daher nur betitelt werden, was als zusätzliche Einsparung darüber hinaus erfolgt. Zudem muss gesichert sein, dass

  • die Einsparung ohne die Kompensationsgelder nicht stattgefunden hätte
  • die Einsparungen dauerhaft garantiert sind und
  • über die reine CO2e-Einsparung hinaus weitere Vorteile für die Bevölkerung entstehen (z.B. Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen, Gesundheitsverbesserung).16

Was ist ein Klimaschutzbeitrag?

Mit einem Klimaschutzbeitrag unterstützen Sie aktiv Projekte, die eine positive Klimawirkung haben, also CO2-Emissionen einsparen, und die zusätzlich soziale Vorteile bieten.

Alle klimaschädlichen Emissionen, die durch An- und Abreise, Transfers im Zielgebiet, Übernachtungen, Verpflegung und Aktivitäten entstehen, werden in einen Geldbetrag (Klimaschutzbeitrag) umgerechnet. Dieser Beitrag wird über Organisationen in Klimaschutzprojekte investiert, um an anderer Stelle die entsprechenden Emissionen einzusparen. Das lässt die Emissionen aus der Atmosphäre zwar nicht verschwinden, allerdings können dadurch Projekte gefördert werden, die für eine bessere globale CO₂e-Bilanz sorgen.17

Was sind das für Klimaschutzprojekte?

Mit dem Klimaschutzbeitrag unterstützen Organisationen Projekte, die zeitnah Emissionen einsparen.

Zu den häufigsten Projekten zählen:

  1. Förderung von erneuerbaren Energien
    (z.B. durch den Bau von alternativen Energieanlagen)
  2. Verbesserung von Abfall- und Abwassermanagement
    (z.B. durch gezielte Kompostierung und Recycling von Abfällen)
 

Dabei bewirken diese Projekte meist mehr als nur die Reduktion von CO2e vor Ort. Sie ermöglichen Technologietransfer und den Ausbau von erneuerbaren Energien, sie senken Gesundheitsrisiken im Umgang mit fossiler Energie und verbessern so auch die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung.

Ein Beispiel ist die Nutzung effizienter Öfen in Ruanda, wo die Bevölkerung vorrangig noch auf einem offenen Feuer kocht. In einem Land, das unter Abholzung leidet und wo Feuerholz mittlerweile teuer gekauft werden muss, sparen die neuen Öfen 80% Holz ein.

Das bedeutet:

  • weniger Holz wird geschlagen
  • die Familien sparen Geld, welches sie in Schulbildung investieren können
  • beim Kochen entsteht weniger Ruß
  • das Risiko für Atembeschwerden sinkt

Es gibt viele Projekte dieser Art weltweit, einige der renommiertesten Organisationen sind z.B. atmosfair, myclimate, Klima-Kollekte.17

Beispiel myclimate
Bau von Solaranlagen (Bild: myclimate)
Beispiel Atmosfair
Einsatz von Holzvergaseröfen (Bild: atmosfair)

Qualitätsstandards bei Klimaschutzprojekten

Grundlage aller Klimaschutzprojekte sollten internationale Standards sein. Diese legen Regeln und Anforderungen fest, die die Klimaschutzprojekte erfüllen müssen, um die Wirksamkeit der Projekte nachweisen zu können. Eine der wichtigsten Anforderungen ist, dass die Projekte tatsächlich zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen darstellen und dass der Beitrag zur Reduktion von Emissionen in der Atmosphäre klar messbar ist.

Der Gold Standard ist der qualitativ höchste Standard. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien in Kombination mit sozialen Entwicklungsprojekten.16

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